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Social Media und Mobile werden noch wichtiger

Digital-Experten sehen als die größten Herausforderungen und Trends in 2018 Social Shopping, Authentizität und Microinfluencer in Social Media.
Koschade PR | 08.01.2018
Zwei der 13 Expertinnen und Experten: Seeda Ahmad-Kreuzer und Eva Reitenbach. © Koschade PR
 

Die Herausforderungen im digitalen Marketing werden in diesem Jahr noch einmal an Komplexität zunehmen. Wir haben Digital-Experten gefragt, welche Trends in 2018 eine Rolle spielen. Social Media wird mit neuen Möglichkeiten und Anforderungen für Buzz sorgen. Dabei stehen Nano-Influencer, Social Shopping, Live-Streaming und "pretty ugly" Content im Mittelpunkt. Aber auch AR, Amazon, GDPR, Live-Streaming und Mobile Only stehen auf der Agenda. Zudem werden bei den Beratern Generalisten wichtiger denn je.

Social Shopping ist die Zukunft des Online-Shoppings
Instagram hat es bereits angedeutet - es wird in Zukunft möglich sein, über die sozialen Netzwerke direkt einzukaufen. WeChat macht es vor und auch hier scheint der Zeitpunkt passend, da Facebook, Instagram und Co. nahezu ausschließlich mobil konsumiert werden und niemand komplizierte Bestellprozesse über Weiterleitungen durchführen möchte. Die notwendigen Technologien stehen bereits zur Verfügung und werden 2018 immer stärker zur Anwendung kommen. Den jüngsten Schritt in diese Richtung machte Apple mit dem iPhone X, welches potenziell Zahlungen durch Face ID autorisieren kann.
Seeda Ahmad-Kreuzer, Geschäftsleiterin, 1-2-social, München

Pretty ugly: Neue Authentizität für Social Media
Was kommt eigentlich nach der viel zitierten Authentizität, die uns als Buzzword die Zunge aufraut? Das Credo heißt jetzt schon und bald noch mehr: Pretty ugly. Während Vignette und Selfie-Look so langsam in der Markenkommunikation ankommen, sind User schon etwas völlig anderes aus ihren Kommunikationskanälen gewohnt. Vergänglicher Content und "ist ja eh gleich wieder weg" bestimmen die Qualität der Inhalte, die in einer hohen Taktung geteilt werden. Authentisch heißt nicht mehr nur Instagram-Filter mit Werbemitteln zu kombinieren, sondern ungeschönte Realität, Echtheit, Handywackeln. Hinzu kommt die hohe Frequenz und Schnelllebigkeit der Kommunikation in Social Media, die kaum noch Platz für aufwendige, von langer Hand geplante Produktionen bietet. Neben smartem Storytelling und datengetriebener Kommunikation, ist die Ära der vergänglichen Echtheit angebrochen. Und die stellt neue Anforderungen an Branding, an Content und vor allem an die Sicht von Marken auf sich selbst.
Eva Reitenbach, Geschäftsführerin, oddity, Berlin

2018 wird der Wettbewerb auf Amazons Ad-Self-Service-Tools massiv zunehmen
Amazon entwickelt sich gerade zur dritten großen Advertising-Plattform neben Google und Facebook. Doch die Zeit der Low Hanging Fruits ist vorbei. 2018 wird der Wettbewerb auf Amazons Ad-Self-Service-Tools massiv zunehmen und die CPCs nach oben treiben. Effektive Kampagnen-Management-Strategien werden noch wichtiger, um profitabel zu wachsen.
Tim Nedden, Geschäftsführer, Finc3 Commerce, Hamburg

AR führt vor VR
Augmented Reality wird immer populärer, obwohl doch gestern noch Virtual Reality für Furore gesorgt hat. Aber der Einstieg in AR hat eben deutlich weniger Hürden: Entwicklungen sind günstiger im AR-Umfeld als in einer kompletten VR-Welt, der Kunde braucht weniger Equipment und trotzdem rücken wir emotional näher an ihn heran als in "klassischen" Digitalmedien. Auch wenn man es nicht mehr hören kann: Die AR-Anwendungen, die vor allem echten Mehrwert und Nutzen für den Kunden bringen, werden Alltag. Wenn die Umsetzung schlank, intuitiv und intensiv ist, lassen sich damit 2018 noch große Ausrufezeichen setzen. Auch Virtual Reality wird kommen und wir werden im neuen Jahr bereits einzelne Anwendungen sehen. Der große VR-Hype startet aber erst, wenn die Anwendungen besser, die Technologie günstiger und die Entwicklungskosten geringer sind.
Marcus Reiser, Managing Director, 21TORR,Stuttgart

Advocacy Marketing: Der Nano-Influencer kommt
Es wird langsam Zeit, dass sich das Influencer-Rad endlich weiter in Richtung des real existierenden Endkunden dreht. Nach Macro- und Micro-, wird im nächsten Jahr die Jagd auf den Nano-Influencer, sprich den loyalen Käufer, eröffnet. Und das völlig zurecht, fließen doch locker 80 Prozent des Marketing-Budgets immer noch in die Akquise von Neukunden. Dabei wäre es deutlich einfacher, Markenkäufer nicht nur zum Mehrkonsum anzuregen, sondern direkt als Botschafter und Lobbyist im Social-Media-Universum einzusetzen.
André Gebel, Vorstand Beratung und Strategie, coma, München

Live-Streaming ist das neue TV
Bewegtbild bleibt auch 2018 das treibende Content-Format in sozialen Netzwerken, in Blogs und auf Websites. Dabei werden besonders Video-on-Demand und Live-Video-Streaming weiter an Fahrt aufnehmen. Für Brands eröffnet dieser Trend ganz neue (Revenue-) Möglichkeiten. Ein heißes Thema ist in diesem Zusammenhang die Platzierung von Produkten im Live-Stream mit direkter Kauf-Option via Touch oder Klick. Die Qualität darf bei dieser Beschleunigung nicht auf der Strecke bleiben, denn die Ansprüche der Konsumenten bezüglich der Inhalte, der Story und der Bildqualität steigen stetig.
Yves Rahm, Geschäftsführer, Pixelschickeria, München

People-Centric-Marketing, Real-Time Delivery und automatische Nachbestellung
Das alte Bonmot "Die richtige Werbung, zur richtigen Zeit, am richtigen Platz" muss in 2018 um das richtige Gerät erweitert werden. Die Personalisierung des Angebots über alle Geräte auf genau die Bedürfnisse des EINEN Kunden wird essentiell für den, der Verkaufen will. Denn nicht alle 35-jährigen Frauen in Großstädten mit einem iPhone haben den selben Modegeschmack. Auch Real-Time Delivery wird einen gewissen Reifegrad erreichen. Viele Produkte sind schon jetzt innerhalb einer Stunde beim Konsumenten und wir sehen erste Tests mit Lieferrobotern für Pizza und Co. um die Angebotsbreite weiter zu vergrößern. Ebenfalls sehr spanenden wird die automatische Nachbestellung: die KI gesteuerte Maschine weiß wann der Vorrat im Haushalt zur Neige gehen wird und bestellt automatisch die entsprechenden Produkte nach.
Carsten Frien, CEO und Co-Founder, Roq.ad, Berlin

Mobile Only wird im E-Commerce 2018 zum Muss
Es darf eigentlich gar nicht als Trend, sondern wenn als "Muss-Trend" bezeichnet werden: 2018 muss jeder Online-Shop den Fokus zu 100% auf Mobile legen, nicht nur in der Darstellung, sondern vielmehr in der UX-Konzeption. Also der Bedienung und dem Erlebnis bei der mobilen Nutzung - so z.B. ein intuitiv und intelligenter Chat mit vorgefertigten passenden Antworten, welche der User nur noch antippen muss. Hierbei sprechen wir nicht vom durchaus alten Hut "Mobile First", sondern von "Mobile Only"! Auch auf die Situation sollten sich die Shops grundlegend und dynamisch anpassen. Hier steckt für uns der Umsatztreiber im nächsten Jahr, VR & Co sind nett, aber wird noch an der fehlenden Akzeptanz der User scheitern.
Sebastian Wernhöfer, Managing Director, mzentrale, München

DSGVO- ein Thema, das uns alle angeht
Ein Thema wird dieses Jahr für uns besonders relevant: Jedes Unternehmen weiß, dass die neue Datenschutzgrundverordnung kommen wird. Jetzt geht es darum, welche konkreten Lösungen kann die Digitalbranche nach all dem Hype zum Thema GDPR/DSGVO wirklich liefern. Gerade die deutschen Unternehmen haben hier aufgrund des seit jeher strikten deutschen Datenschutzes einen Standortvorteil und sollten entsprechend die Standards setzen.
Rolf Anweiler, SVP Marketing, Mapp Digital, München

Customized Agencies stellen neue Anforderungen an Generalisten
Customized Agencies sind einer der großen Agenturtrends der letzten Jahre. Doch oft sind diese Spezialagenturen viel zu weit weg vom eigentlichen Business und ihnen fehlt der Blick für das große Ganze. Kommunikation gehört in die Hände derer, die den Überblick haben und die Spezialisten richtig einsetzen und steuern können. 2018 wird es für die Generalisten wichtiger denn je, sich für diese Aufgaben fit zu machen und dem Tross aus Digitalberatern und Agenturen eine Richtung zu geben.
Eva-Maria Engelbrecht, Managing Partner, Bloom, Nürnberg

Innovation ja, Trend-Hopping nein
Ohne Frage sind neue Technologien und Services wichtig für unsere Branche. Denn im Prinzip geht es im Marketing ja meistens um Innovation und Fortschritt. Das ist auch gut so. Bedeutet aber nicht, dass es zielführend ist, sich jedes Jahr kopfüber auf den nächsten, brandneuen "heißen Scheiß" zu stürzen. Ganz im Gegenteil: Eine solche Herangehensweise ist oft sogar kontraproduktiv und führt mittelfristig zu keinem echten Erfolg. Denn viele dieser Trends gibt's schon lange, sie werden jetzt nur anders benannt oder eingesetzt und sind dann auch schnell wieder vergessen. Etwa Storytelling - eine Marke, die erfolgreich werben möchte, muss eine gute Geschichte erzählen. Das gab es schon immer, was zählt ist Substanz.
Peter Metz, Geschäftsführer, Sassenbach Advertising, München

Ganzheitliche Markenerlebnisse und authentische Kommunikation
Im Jahr 2018 wird sich das Marketing immer mehr auf ganzheitliche Markenerlebnisse konzentrieren und weniger auf die fragmentierten Markeninteraktionen, die sich aus der Zunahme von Kundenkontaktpunkten ergeben. Am erfolgreichsten werden diejenigen Marken sein, die mit dem Verbraucher konsequent und authentisch kommunizieren und auch die Konsumentensicht beachten. Wer das nicht tut, wird wertvolle Marktanteile verlieren.
Christopher Kollat, Managing Director DACH, Monotype, Berlin

Marken sind in der Bringschuld - heute mehr denn je!
Die Aufgabe von Branding ist es, die Substanz einer Marke sichtbar zu machen. Im digitalen Zeitalter und in übersättigten Märkten gilt das mehr denn je! Denn, egal ob noch Digital Immigrant oder schon Digital Native: Konsumenten sind anspruchsvoll geworden und merken sehr schnell, wenn eine Marke ihnen nichts zu sagen hat. Die Zukunft gehört deshalb den Unternehmen, die ihre Kunden ernst nehmen und ihnen Konzepte mit tatsächlichem Mehrwert bieten. Eine Herausforderung ist das allemal: denn substanzielle Inhalte und einen starken Auftritt aus einer Marke heraus zu entwickeln, ist kein reines Zuckerschlecken. Unternehmen die vor diesem aufreibenden Prozess nicht zurückschrecken, haben dauerhaft eine echte Chance, für ihre Kunden relevant zu bleiben.
Irmgard Hesse, geschäftsführende Gesellschafterin, Zeichen & Wunder, München